Erstmals entscheiden die ehemaligen »Nachwuchs« Preisträgerinnen des DEUTSCHEN FILMMUSIKPREISES über ihre Nachfolgerinnen in eben dieser Kategorie. Das sind in diesem Jahr die Filmkomponistin Arezou Rezaei (DFMP Nachwuchs 2024), die Komponistin und Barockgeigerin Marta Kowalczuk (DFMP Nachwuchs 2022), die Filmkomponisten Chrisna Lungala (DFMP Nachwuchs 2023), Hannes Ohde (DFMP Nachwuchs 2023) und Pelle Parr (DFMP Nachwuchs 2022) sowie der letztjährige Preisträger, Filmkomponist Peter Albrecht (DFMP 2025).
Marta Kowalczuk
Filmkomponistin
Marta Kowalczuk ist Komponistin und Barockgeigerin. Ihre Musik bewegt sich in vielschichtigen Texturen und wandelnden Zuständen und ist geprägt von fragmentarischen Strukturen, theatralischen Gesten und klanglicher Durchlässigkeit. Ihr Schaffen umfasst Instrumental-, Vokal- und Chormusik, Filmmusik sowie Musiktheater und Oper. Geprägt durch ihre Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis verbindet sie Elemente barocker Klang- und Denkweisen mit zeitgenössischen kompositorischen Ansätzen.
Ihre Werke wurden u. a. vom MDR-Sinfonieorchester, Ensemble Resonanz, Ensemble Garage und dem Philharmonischen Orchester Kiel aufgeführt, unter der Leitung von Dirigentinnen wie Kent Nagano, Holly Hyun Choe und Dennis Russell Davies. Aufführungen fanden in der Elbphilharmonie Hamburg, im Gewandhaus Leipzig sowie auf Festivals in Europa, den USA und Südkorea statt. Sie wurde u. a. mit dem Deutschen Filmmusikpreis (2022) und dem ad libitum Kompositionspreis der Winfried Böhler Stiftung (2024/2025) ausgezeichnet und war Artist-in-Residence am Künstlerhof Schreyahn (2022/23).
Peter Albrecht
Filmkomponist
Peter Albrecht ist Komponist für Film- und Medienmusik mit Sitz in Frankfurt am Main. Nach dem Studium der Musikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt absolvierte er die Filmakademie Baden-Württemberg, wo er Musik für über 40 Filmprojekte verschiedenster Genres und Formate komponierte – unter anderem mit dem Dirigat des Žilina SymphonyOrchestra und Aufnahmen mit dem Babelsberg Film Orchestra.
Seine Arbeiten umfassen Spielfilme, Dokumentarfilme, Serien sowie Werbeproduktionen für internationale Marken wie Mercedes-Benz, Lamy, VITRA und Deloitte. Zu seinen Vertonungen zählen die ARD-Mystery-Horror-Serie Ritus (Regie: Jonathan Behr), die für den Grimme-Preis nominierte ZDF-Serie Schlechte Menschen, das für den Deutschen Filmpreis nominierte Spielfilmdebüt VENA (Regie: Chiara Fleischhacker) sowie die Dokumentation Denn dieses Leben lebst nur du (Regie: Douglas Wolfsperger).
2025 wurde Peter Albrecht mit dem Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie »Nachwuchs« ausgezeichnet. Weitere Anerkennungen erhielt er unter anderem durch den Clio Music Award sowie Auszeichnungen beim First Steps Award, Young Director Award und German Business Film Award. Mehrere von ihm vertonte Filme – darunter VENA, Schlechte Menschen und Majini – wurden national wie international auf Festivals ausgezeichnet.
Im Zentrum seiner kompositorischen Arbeit steht das Verständnis der emotionalen Kernidee eines Films – nicht die musikalische Dekoration der Bilder. Ihn interessieren besonders Geschichten über innere Einsamkeit trotz sozialer Nähe, über brüchige Identitäten und Ordnungen sowie über zwischenmenschliche Verbindung als Motor leiser, glaubwürdiger Transformation. Die enge Zusammenarbeit mit Regisseurinnen und Regisseuren ist ihm dabei zentral, um aus abstrakten Ideen eine narrativ verankerte musikalische Identität zu entwickeln.

Hannes Ohde
Filmkomponist
Hannes Ohde ist Filmkomponist, Producer und Multiinstrumentalist aus Hamburg. Aus Field Recordings, gefundenen Sounds und akustischen Eigenheiten entwickelt er musikalische Ideen, die von einem einzelnen Geräusch über intime Besetzungen bis hin zum Orchester reichen können.
Seine Wurzeln im Punk prägen bis heute seine Arbeitsweise und halten ihn hellhörig für unkonventionelle Klänge. Als In-house Composer bei 2WEI Music arbeitete er 2024 unter anderem an der OMR-Dokumentation Unser Team – Die Heim-EM 2024 mit. Gemeinsam mit Chrisna Lungala komponierte er die Musik zu ISTINA, der mit einem Student Academy Award ausgezeichnet und für einen Student BAFTA nominiert wurde. 2023 erhielt Hannes Ohde den Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie »Nachwuchs«. Seit 2025 arbeitet er freiberuflich und vertonte mit Matilda kürzlich seinen ersten Kinofilm. Aktuell arbeitet er an seiner nächsten Kinoproduktion.

Arezou Rezaei
Komponistin
Arezou Rezaei (1995, Iran) ist eine in Deutschland lebende Komponistin für Film, Theater und Konzert. Ihre Musik ist genreübergreifend und bewegt sich zwischen akustischen und elektronischen Klangwelten. Sie studierte Komposition an der Tehran University of Art und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Anschließend studierte sie Komposition für Film und Medien an der Hochschule für Musik und Theater München.
Sie komponierte für zahlreiche Filme, die auf internationalen Festivals präsentiert wurden, darunter die Semaine de la Critique beim Festival de Cannes, die Berlinale, DOK.fest München, LA Shorts und das Clermont-Ferrand International Short Film Festival. Darüber hinaus komponierte sie Musik für deutsche Fernseh-Koproduktionen, unter anderem für Das kleine Fernsehspiel des ZDF und den Bayerischen Rundfunk.
2024 erhielt sie den Nachwuchspreis beim Deutschen Filmmusikpreis.
Neben ihrer Arbeit für Film komponiert sie für Ensembles und interdisziplinäre Projekte und tritt mit eigenen Werken auch als Pianistin und Performerin auf. Im Mai 2026 verbrachte sie einen Aufenthalt im Rahmen einer Residenz am Théâtre National de Nice. 2024 war sie Artist in Residence an der Cité Internationale des Arts in Paris, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Während ihres Aufenthalts entwickelte sie neue Projekte und internationale Kooperationen in Frankreich.

Chrisna Lungala
Komponist für Film, Fernsehen und visuelle Medien
Chrisna Lungala ist ein preisgekrönter Komponist für Film, Fernsehen und visuelle Medien mit Sitz in München. Als Autodidakt legt er bei seinen Kompositionen besonderen Wert auf geschichtengetriebenes Scoring, das Einfachheit mit narrativer Tiefe verbindet.
2023 wurde er gemeinsam mit Hannes Ohde mit dem Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie »Nachwuchs« ausgezeichnet. Sein Portfolio umfasst Musik für international beachtete Projekte, darunter die Dokumentation Der Talentierte Mr. F (Grimme-Preis®-Gewinner, 2026) und das Drama ISTINA (Wahrheit) (Student Academy Award®-Gewinner, 2023).
Neben seiner freien Arbeit als Filmkomponist, produziert Lungala regelmäßig Musik für renommierte Studios wie Hans Zimmers Bleeding Fingers Music, 2WEI und Invisible Arts.
Zudem unterrichtet er als freiberuflicher Dozent am Catalyst Institute for Creative Arts and Technology in Berlin im Studiengang Music & Sound Design for Visual Media.

Pelle Parr
Komponist und Produzent
Pelle Parr hat sich sein kompositorisches Handwerk autodidaktisch erschlossen. Seine Schule war das aufmerksame Hören, sein Übungsfeld waren Bandprojekte, Songwriting und Musikproduktionen über Genregrenzen hinweg.
Mit seiner Edition bei ROBA Music produzierte er anfangs in Lübeck und danach Hamburg Industrial Sample Libraries. Danach tauchte er tiefer in die elektronische Musik ein und erschloss sich weitere musikalische Felder, darunter auch die Filmmusik, wo er an der HMS Hamburg für diverse erfolgreiche Abschlussfilme komponierte. Ein Vertragsangebot von Tom Bohne bei Universal ließ er ununterschrieben und blieb unabhängig.
2022 gewann er den Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie »Nachwuchs«.
Als Musikproduzent, Ghostwriter für Künstler und Filmkomponist arbeitet er heute unter anderem für ZDF, ARD und BR. Zu seinem kompositorischen Schaffen zählen Arbeiten für die zum Deutschen Fernsehpreis nominierte Serie „Becoming Charlie“ sowie für Jerry Hoffmanns Science-Fiction-Thriller „I AM“. Letzterer wurde 2021 beim Martha’s Vineyard African American Film Festival mit dem HBO Max Best Short Film Award ausgezeichnet und gehörte im selben Jahr zu den Finalisten der Student Academy Awards. Darüber hinaus qualifizierte sich der Film für das Auswahlverfahren der Oscars 2022.

